Candidate Experience: So geht’s nicht!

Veröffentlicht auf 23-08-2017

Ein positives Bewerbungserlebnis – auch Candidate Experience genannt – gewinnt auch im deutschen Raum immer mehr an Bedeutung. Doch der Trend wirft immer noch viele Fragen auf. Ganz unter dem Motto “Aus Fehlern lernt man”, werfen wir daher heute einen näheren Blick auf die Top 10 Candidate Experience Fehler.

10 Fehler

Theoretisch ist die Sache ganz einfach. Behandle jeden so, wie du auch selbst behandelt werden möchtest. Dies gilt für die Interaktion zwischen zwei Menschen genauso wie für die zwischen Unternehmen und Bewerber. Hält man sich an diese goldene Regel, ist man bereits auf einem guten Weg zu einer positiven Candidate Experience. In der Betriebsrealität entpuppt sich die Umsetzung dieser Regel allerdings häufig als echte Herausforderung. Doch wie verbessert man Vorgänge bekanntlich am besten? Richtig! Indem man vergangene Fehler genauer betrachtet und versucht sie nicht ein zweites mal zu machen.

Die neue CareerBuilder Studie analysiert genau diese Fehler. Man befragte über 4500 Bewerber und mehr als 1500 verantwortliche Manager über das Thema “Candidate Experience” und wo Verbesserungsbedarf besteht.

A positive candidate experience is a competitive advantage in a job market where candidates have flexibility in their job selection. To remain competitive and create a candidate experience that attracts, secures and retains today’s top talent, you need to determine how your current hiring methods measure up to what candidates are looking for. 

Rosemary Haefner, Leiterder Personalabteilung bei CareerBuilder

Kein schneller Bewerbungsprozess

Für 28% der Befragten dauern Bewerbung zu lang. Außerdem sind Kandidaten davon frustriert, dass man für jede Bewerbung unterschiedliche Dokumente benötigt (34%) und man zwar den Lebenslauf hochlädt, aber trotzdem alle Felder manuell ausfüllen muss (29%).

Keine Vorbereitung für die Manager

Durchschnittlich werden nur 2 von 5 der Personalverantwortliche für den Bewerbungsprozess von Recruitern vorbereitet. Von denen, die vorbereitet sind, sind lediglich 2 von 5 über das Thema “Candidate Experience” aufgeklärt worden. Durchschnittlich haben Kandidaten das Gefühl, dass lediglich 16% aller einstellender Manager ausreichend vorbereitet sind.

Keine effektive Karriere Website

89% der Jobsuchenden schauen nach Infos auf Karriereseite des Unternehmens. Allerdings geben 24% der Arbeitgeber an, dass ihre Karriere Website die Arbeitsatmosphäre und Kultur des Unternehmen nicht akkurat wiederspiegelt. Weniger als die Hälfte (45%) der befragten Kandidaten haben den Eindruck, dass Karriere Webseiten dabei helfen herauszufinden, ob man wirklich zu dem Unternehmen passt.

Nicht realisieren, wann die Arbeitserfahrung wirklich beginnt

Die Grenze zwischen der Erfahrung eines Angestellten und eines Kandidaten verwischt. So geben 3 von 4 Angestellten an, dass das Onboarding und der Bewerbungsprozess bereits bleibende Eindrücke hinterlassen haben.

Keine Beziehungen mit möglichen zukünftigen Kandidaten aufbauen

Die wohl wichtigste Ressource eines Arbeitgebers ist der eigene “Talentpool”. Die richtigen Kandidaten anzuwerben ist zwar enorm wichtig, aber die effektive Kommunikation mit verbleibenden Talenten sollte dabei nicht vergessen werden. Allerdings investiert über ein Drittel der Arbeitgeber keine Zeit in diesen Prozess.

Keine Bewerbermanagementsysteme benutzen

Bewerbermanagementsysteme gewinnen stetig an Bedeutung. Und das zu Recht! So haben Unternehmen, die solche Systeme benutzen, eine 25% höhere Wahrscheinlichkeit eine positive und nahtlose Candidate Experience abzuliefern

Kandidaten nicht über ihren aktuellen Stand informieren

Über die Hälfte der befragten Jobsuchenden geben an, dass Unternehmen versagen erfolgreich mit Bewerbern am Anfang des möglichen Bewerbungsprozesses zu kommunizieren. 81% der Kandidaten sind der Meinung, dass kontinuierliche Updates während der Bewerbungsphase eine große Verbesserung wären. Auch richtig formulierte Bewerbungsabsagen sind von großer Relevanz.

Keinen Kontakt mit zukünftigen Mitarbeitern halten

Nachdem der eigentliche Bewerbungsprozess abgeschlossen ist und der neue Angestellte sich in der Onboarding Phase befindet, erwarten Arbeitgeber, dass der Prozess frei von Frustration abläuft – allerdings ist eine hohe Anzahl von Kandidaten anderer Meinung. Zwei von 5 (40%) sagen, dass ein Mangel an Kommunikation zwischen der offiziellen Einstellung und dem ersten Arbeitstag besteht. Dies ist keine Überraschung, denn weniger als die Hälfte befragter Arbeitgeber (47%) haben eine Strategie für die Zeit zwischen Vertragsunterzeichnung und Arbeitsbeginn.

Kein Bewusstsein darüber, wie die Arbeitgebermarke auf Sozialen Netzwerken präsentiert wird

Unternehmen arbeiten fleißig an ihren Social Media Profilen, doch viele  vergessen, dass auch die privaten Kanäle der Mitarbeiter indirekt Einfluss auf die Arbeitgebermarke haben können. Nichtsdestotrotz beobachten lediglich 40% der befragten Arbeitgeber die Präsenz ihrer Mitarbeiter auf Social Media Kanälen. Von diesen 40% leiten nur knapp 68% Schritte ein um positive Bemerkungen zu fördern wohingegen 16% lediglich auf negative Kommentare reagieren.

Kandidaten nicht den selben Respekt wie Mitarbeitern entgegenbringen

Weniger als die Hälfte (49%) der befragten Arbeitssuchenden haben das Gefühl, dass Arbeitgeber Kandidaten mit dem gleichen Respekt wie Mitarbeiter behandeln. Dies ist gravierend, denn die Mehrheit von Arbeitssuchenden (4 von 5) sind der Ansicht, dass die allumfassende Candidate Experience ein guter Indikator für die Stellung und Behandlung der Mitarbeiter eines Unternehmens ist.

Fazit

Es ist offensichtlich, dass es im Bereich Candidate Experience noch viel Luft nach oben gibt. Vor allem die praktische Umsetzung des Konzeptes kann einen wirklich herausfordern. 

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