Chobani – Joghurt mit tieferem Sinn

Veröffentlicht auf 01-11-2018

Was macht eine Unternehmenskultur erfolgreich? Auf der Suche nach einer Antwort untersuchen wir monatlich verschiedene erfolgreiche kulturelle Ansätze und Strategien von Unternehmen auf der ganzen Welt. In diesem Monat dreht sich alles um den Joghurt von Chobani – und der tiefere Sinn dahinter. Also lasst uns in unsere erste erfolgreiche Unternehmenskultur eintauchen.

Hamdi-Ulukaya-Chobani

Der Mann hinter Chobani: Hamdi Ulukaya

Im Jahr 2005 kaufte der türkischstämmige Hamdi Ulukaya eine alte Joghurtfabrik in South Edmeston, New York, und begann mit einer kleinen Gruppe leidenschaftlicher Mitarbeiter, leckeren, nahrhaften und natürlichen griechischen Joghurt zu produzieren. Die Firma Chobani, türkisch für “Hirte”, war geboren. Weniger als fünf Jahre nachdem Chobani das erste Mal zum Kauf verfügbar war, wurde es mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar zum führenden Anbieter von griechischem Joghurt in den USA.

Aber bei Chobani geht es um mehr als Joghurt. Das Unternehmen hat einen großes Ziel vor Augen: “Bessere Lebensmittel für mehr Menschen“ zu schaffen. Hamdi hat von Anfang an großen Wert darauf gelegt, eine Gemeinschaft zu schaffen, die Innovation und Kreativität fördert. Dieser Ansatz hat sich gelohnt: In den letzten zwei Jahren wurde Chobani als Great Place to Work sowie als eines der 10 innovativsten Unternehmen der Welt zertifiziert.

So gut wie jeder kann ein gutes Produkt herstellen. Aber es sind die Menschen, die zählen. Am Ende sind es die Mitarbeiter, die eine Idee vom Küchentisch auf die nächste Ebene bringen. Es gibt viele wichtige Dinge im Geschäft, aber die Teilnahme von Menschen steht an erster Stelle. – Hamdi Ulukaya

Chobanis Rezept: Sinn, Umwelt & Gemeinschaft

Der Kern von Chobani ist dessen starke Unternehmenskultur. Dies war der Fokus seit Hamid das Unternehmen gegründet hat:

Von Anfang an bestand mein Ziel bei Chobani nicht darin, nur ein Produkt zu bauen, sondern eine Kultur zu schaffen. Um das Unternehmen von morgen zu schaffen.  – Hamdi Ulukaya

Aber was macht die Unternehmenskultur von Chobani so besonders?

Bei Chobani dreht sich um die Mission des Unternehmens, bessere Lebensmittel für mehr Menschen zu schaffen. Dies geht weit über das Produkt hinaus. Man legt nicht nur Wert auf umweltfreundliche und verantwortungsbewusste Herstellungsverfahren, einschließlich einer faire und humanen Behandlung der Milchkühe, sondern beteiligt sich auch aktiv in den lokalen Gemeinden, in denen Chobani seine Hauptsitze hat. Alles basierend auf dem Kernwert des Unternehmens: Zurückgeben. Im vergangenen Jahr spendete Chobani, beispielsweise, über 3 Millionen Packungen Joghurt an örtliche Lebensmittelbanken und Speiseküchen.

Zusätzlich basiert Chobanis Kultur auf Diversität und Inklusivität:

Bei Chobani sind 30 Prozent unserer Mitarbeiter Einwanderer oder Flüchtlinge. In unseren Fabriken werden mehr als 20 Sprachen gesprochen. Es geht dabei nicht um Politik für mich. Es war nie “meine Flüchtlingsarbeit”. Es geht darum, aus unserer Gemeinde einzustellen. Flüchtlinge sterben um für ihre Gemeinde zu sorgen. Ich habe immer gesagt, dass sie in dem Moment, in dem sie den Job bekommen haben, aufgehört haben, Flüchtlinge zu sein. Es hat sich herausgestellt, dass dies ein großes Plus für unsere Kultur war.  – Hamdi Ulukaya

Anfang 2017 hat Chobani außerdem neue Richtlinien für bezahlten Elternurlaub integriert: Alle vollzeit angestellte Mütter und Väter von neugeborenen, adoptierten oder gepflegten Kindern erhalten sechs Wochen 100% bezahlten Elternurlaub.

Bei Chobani spielt der tiefere Sinn und der Cultural Fit zwischen dem Unternehmen und den Neueinstellungen eine wichtige Rolle. Schließlich möchten man, dass sich Mitarbeiter so willkommen und glücklich wie möglich fühlen. Hamid betont dieses Element:

Wir glauben, dass erstaunliche Dinge passieren können, wenn man sich wohl fühlt und wirklich liebt, was man tun.

Wir könnten nicht mehr zustimmen!

Chobani-Deeper-Purpose

Hamdi Ulukaya besucht eine Flüchtlingsunterkunft in in Hamburg.

Günstige Arbeitskräfte versus Mitarbeiterbeteiligung

Um den Gewinn zu maximieren, sollten sich Unternehmen versuchen, die billigsten Arbeitskräfte zu erhalten, die zur Herstellung eines marktreifen Produkts erforderlich sind. Das wäre zumindestens die Meinung des neoklassische Ökonom Milton Friedman. Chobani ist jedoch ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Modelle, die auf soziale Auswirkungen und einem tieferen Sinn basieren, wesentlich erfolgreicher sein können.

Wenn man ein Unternehmen aufbauen möchten, welches Menschen – einschließlich Flüchtlingen – willkommen heißt, muss man diese Vorstellung von “billigen Arbeitskräften” verwerfen. Ich kann es wirklich nicht mehr hören! Flüchtlinge sind keine separate Gruppe im Unternehmen, sie sind keine Afrikaner oder Asiaten oder Nepalis. Sie sind nur ein weiteres Teammitglied. Lasst die Menschen sich selbst sein, und erschafft ein kulturelles Umfeld, in dem jeder respektiert wird, so wie er ist. So einfach ist es. – Hamdi Ulukaya

Chobani bietet Mitarbeitern nicht nur ein branchenführendes Gehalt an, sondern integrierte auch ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Chobani-Aktien) in ihre Unternehmenskultur. Dieses Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ermöglichte es jedem Vollzeitangestellte, im Laufe der Zeit am Wachstum von Chobani teilzunehmen. Heute halten Mitarbeiter einen Anteil von knapp 10% am Unternehmen.

Gründer Hamdi erklärte die Veränderung, die er in seinen Mitarbeitern sah, nachdem Mitarbeiterbeteiligung eingeführt wurde:

Ich hatte im Jahr 2016 2.000 Mitarbeiter, als ich bekannt gab, dass wir ihnen Anteile an dem Unternehmen geben werden. Es war ein schöner Tag. Und er veränderte Unternehmen für immer. Unser Personal war immer stolz, aber dieses Element von Besitz fehlte. Dies ist wahrscheinlich eines der klügsten, taktischen Dinge, die ihr für ein Unternehmen tun können. Denn ihr macht eure Mitarbeiter nicht nur effizienter und leidenschaftlicher sondern schlicht und ergreifend glücklicher. – Hamdi Ulukaya

Diese Einbindung der Mitarbeiter ist eine hervorragende Möglichkeit, die Motivation, das Mitarbeiterengagement und letztendlich die Qualität und Leistung eurer Mitarbeiter zu fördern. EIn Aktienbeteilungsplan ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, ein Gefühl von Besitz zu schaffen. Hier sind weitere Strategien zur Schaffung eines Eigentumsgefühls:

  • Mitarbeiter in wichtige Entscheidungen einbeziehen
  • Schafft mehr kreative Freiheit und vermeidet Micromanaging
  • Ermutigt Mitarbeiter, soziale Initiativen im Unternehmen voranzutreiben

Durch eine Kombination von finanziellen und kreativen Elementen könnt auch ihr eine starke Unternehmenskultur aufbauen, die auf motivierten und engagierten Teams basiert.

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Was können wir von Chobani lernen?

Wenn wir uns die Unternehmenskultur von Chobani ansehen, können wir (mindestens) drei wichtige Lektionen mitnehmen:

  1. Ein tieferer Sinn ist nur der Anfang!
    Jedes Unternehmen sollte einen tieferen Sinn haben. Allerdings ist dessen Bestimmung nur der erste kritische Schritt. Danach sollten ihr den Worten Taten folgen lassen! Stärkt eure Team mit der richtigen Sprache und Tools, die den Sinn eurer Marke veranschaulichen. Bei Chobani sehen wir, dass sich all die harte Arbeit auszahlt: Zielorientierte Teams sind engagierter, zufriedener und produktiver.
  2. Sinnorientierte Partnerschaften sind das A und O
    Gemeinsam können wir mehr erreichen. Aus diesem Grund ist es so wichtig, andere Menschen einzuladen, an eurer Mission teilzunehmen. Dies wird nicht nur eurer Reichweite ausdehnen, sondern auch eure Unternehmenskultur von innen heraus stärken. Chobani, zum Beispiel, investiert in andere soziale Unternehmen, ermutigt Mitarbeiter, sich sozial zu engagieren, und lädt andere Unternehmen – wie AirBNB, Google und Microsoft – ein, sich über die Tent Foundation für die Flüchtlingshilfe einzusetzen. Auf diese Weise baut Chobani sein Netzwerk aus, vergrößerte seine externe Reichweite und erhöht das Engagement der Mitarbeiter. Alles während man dem Hauptziel der Marke treu bleibt.
  3. Mitarbeiterbeteiligung ist weniger angsterregend als ihr denkt!
    Millennials wollen mehr als nur einen Gehaltsscheck von ihren Arbeitgebern. Sie möchten für Unternehmen arbeiten, die Gutes tun und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Die Einbindung der Mitarbeiter in das Unternehmen steigert daher nicht nur ihr Engagement und ihre Motivation, sondern verringert auch das Fluktuationsrisiko. Allerdings müsst ihr nicht direkt Chobanis Beispiel folgen und Geschäftsanteile verschenken! Es gibt viele verschiedene Mitarbeiterbeteiligungsstrategien. Zum Beispiel, Gewinnbeteiligung, Performance-Bonuse oder eine dynamische Kapitalaufteilung. Mitarbeiter aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden, ihre Meinung zu beachten und Micromanaging zu vermeiden, ist ein guter erster Schritt. Ihr werdet es nicht bereuen!

Unternehmen wie Chobani werden von einem tieferen, sozialen Sinn angetrieben und im Gegenzug mit einem hochmotivierten und engagierten Team belohnt. Darüber hinaus ist ein starker Zweck eine erstaunliche Basis für kreatives Storytelling und kooperative Partnerschaften. Kurz gesagt, Chobani hat uns gezeigt, dass die Schaffung eines Zugehörigkeitsgefühls, hohe Mitarbeiterbeteiligung und ein tieferer Sinn ein guter Weg sind, um eine erfolgreiche und starke Unternehmenskultur zu etablieren.

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