Cultureboarding – Ein Onboarding Prozess in der Praxis

Veröffentlicht auf 26-06-2017

Es gibt unzählige Varianten von Onboarding Prozessen, manche mehr andere weniger erfolgreich. Wir bei CompanyMatch sind fest davon überzeugt, dass “Kultur Strategie zum Frühstück verspeist”. Aus diesem Grund interessieren wir uns besonders für Onboarding Praktiken, die auf Unternehmenskultur basieren. Doch wie genau lässt sich Kultur und ein erfolgreicher Onboarding Prozess miteinander verbinden? Lest mehr dazu im zweiten Teil unserer Reihe zum Thema “Erfolgreiches Onboarding”!

Onboarding Prozess mit Fokus auf Kultur

In unserem kürzlich veröffentlichten Blogpost befassten wir uns mit dem Geheimnis von einem erfolgreichen Onboarding Prozess und wie sich unstrukturiertes Onboarding auf die Produktivität und Effizient der gesamten Mitarbeiterschaft auswirken kann. Um die Theorie ein wenig anschaulicher zu machen, werden wir uns heute vor allem mit dem Konzept des ‘Cultureboarding’ befassen und dabei Antworten auf die folgenden Fragen finden:

Was versteht man unter “Cultureboarding”?

Unter “Cultureboarding” versteht man, in einfachen Worten, einen neu eingestellten Mitarbeiters dabei zu unterstützen die  eigene Unternehmenskultur positiv zu beeinflussen. Sharlyn Lauby, Autor des HR Blogs HRBartender, definiert “Cultureboarding” als “Onboarding Prozess der sich auf die Einführung einer Arbeitsplatzkultur fokussiert”.

Das Hauptziel dieses Onboarding Prozesses ist es also, neuen Mitarbeitern nicht nur die bereits bestehen Unternehmenskultur vorzustellen sondern sie ebenfalls aktiv in diese zu integrieren. Dabei sind vor allem die ersten Tage eines Angestellten entscheidend: Neue Mitarbeiter werden  in dieser Zeit mit unzähligen neuen Aufgaben, Regeln, Gesichtern und Eindrücken konfrontiert. Außerdem wird von ihnen erwartet, sich so schnell und effizient wie möglich in dem neuen Unternehmen zurechtzufinden.
Einen positiven Eindruck auf  neue Mitarbeiter in dieser Zeit zu hinterlassen ist extrem wichtig, um diese langfristig an das Unternehmen zu binden. Aktuelle Studien zeigen, dass frisch eingestellte Mitarbeiter, die durch einen strukturierten Onboarding Prozess geführt wurden, mit einer 69 prozentigen Wahrscheinlichkeit dem Unternehmen länger als drei Jahre erhalten bleiben.

Doch wie genau soll Cultureboarding die bereits bestehende Unternehmenskultur verbessern?

Jedes Mal wenn ein neuer Mitarbeiter in ein Unternehmen aufgenommen wird, wird dessen derzeitige Kultur auf die Probe gestellt. Eine stabile und klar definierte Unternehmenskultur bildet hierbei die Basis für jeden Onboarding Prozess, der auf soziale Integration ausgelegt ist. Umgekehrt kann das Onboarding neuer Mitarbeiter also die bereits bestehende Kultur reflektieren und zeigen, inwieweit die aktiv gelebte Kultur die Kernwerte eines Unternehmens wirklich widerspiegelt.
Unternehmen, die Onboarding nicht nur als eine frühzeitige Möglichkeit für die Forderung von Mitarbeiterengagement sehen sondern auch passende Methoden griffbereit haben, können also immens von Cultureboarding profitieren:

  • Neue Mitarbeiter identifizieren und integrieren sich besser mit der aktiv gelebten Kultur eines Unternehmens sowie mit dessen Werten und Prozessen
  • Die Fluktuation neuer Mitarbeitern wird verringert und eine langfristige Bindung wahrscheinlicher
  • Verkürzte Zeitspanne bis neue Angestellte anfangen produktiv zu arbeiten
  • Mehr Vertrauen in Manager und Führungskräfte des Unternehmens

Cultureboarding so gelingt es!

Wie kann man Onboarding und Kultur erfolgreich verbinden?

Die positiven Auswirkungen eines solchen “kulturellen Onboarding” hören sich ja gut an, doch wie lässt sich das Konzept praktisch umsetzen?
Wir haben uns dafür die zwei folgenden Organisationen und deren Ansatzpunkt für ein erfolgreiches Cultureboarding genauer angeschaut:  PepsiAmerica und das Washington D.C. Krankenhaus.

Wertschätzung mithilfe von Schlüsselanhängern
PepsiAmerica, der zweitgrößte Getränkehersteller der Welt, musste realisieren, dass viele Manager nicht genau wussten, was ihre Aufgabe im Onboarding war und wie genau man es praktisch umsetze. Aus diesem Grund stellten der Softdrink Gigant kurzerhand das gesamte Konzept auf den Kopf und wechselte zu einem, an der internen Kultur orientierten, Ansatz.
PepsiAmerica begann damit, Schlüsselanhänger am ersten Arbeitstag von neuen Mitarbeiter  auszuteilen. Diese Anhänger sind im Firmendesign gestalten und sollte die “Schlüsselrolle” eines jeden Mitarbeiters im Unternehmen repräsentieren. Hinzukommt, dass neue Angestellten von den führenden Managern ihrer Abteilung eingewiesen wurden und eine personalisierte Nachricht des CEOs erhielten.

Dies mögen gute Maßnahmen für die ersten Tage eines neuen Mitarbeiters sein, doch was ist mit der Zeit vor dem eigentlichen Arbeitsantritt? Der Ansatz von PepsiAmerica schenkt der so wichtigen Pre-Onboarding Zeit nur wenig Beachtung. Dabei ist diese ebenso wichtig, wie Onboarding ansich, denn 26% von Neueinstellungen ziehen ihre Bewerbung bereits in der Zeit zwischen Vertragsabschluss und erstem Arbeitstag wieder zurück.

Postkarten als Pre-Onboarding Maßnahme
Hiermit kommen wir zu unserer zweiten Beispiel-Organisation, dem Washington D.C. Krankenhaus. Nachdem das Krankhaus Probleme in seinem Recruitment Prozess feststellte, erweiterte man die Pre-Onboarding Maßnahmen. Neu eingestellte Krankenschwestern und Pfleger stellte man bereits vor dem ersten Arbeitstag ihrem zukünftigen Teams vor. Außerdem erhielten neue Mitarbeiter von dem Zeitpunkt des Willkommen-Treffens bis hin zum eigentlichen Arbeitsbeginn personalisierte Postkarten von ihren Kollegen. Auf diesen Postkarten drücken Kollegen ihre persönliche Vorfreude auf das neue Teammitglied und die zukünftige Zusammenarbeit aus.

Dies ist nicht nur eine kosteneffiziente Methode sondern wirkt sich auch direkt auf den Trend des frühzeitigen Ausscheiden neuer Mitarbeiter aus. Mithilfe des Treffens sowie der Postkarten wird nämlich bereits von Beginn ein warmes Willkommen des neuen Kollegen garantiert und auch die Unsicherheit auf Seiten des Kandidatens verringert.

Wie überwacht man die Effekte einer solchen Symbiose am besten?

Selbstverständlich ist die Arbeit nach erfolgreichen Integration eines neuen Onboarding Prozesses nicht getan! Erfolge, aber auch Rückschritte, sollten effektiv überwacht, festgehalten und ausgewertet werden.

So zeigt eine Studie der Organisation SilkRoad aus dem Jahre 2016 beispielsweise, dass 72% der befragten Unternehmen ihren Onboarding Prozess auf die Integration von einer gesunden Arbeitsplatzkultur fokussieren. Doch wie genau misst man solche Faktoren?

Mithilfe der  folgenden Punkte kann man effizient den eigenen Onboarding Prozess auswerten und verstehen:

  1. Zeit des Onboarding Prozesses:
    Bei dem meisten Unternehmen dauert Onboarding um die drei  Monate
  2. Zeitspanne bevor neue Mitarbeiter anfangen im eigenen Team zu arbeiten
    Laut der SilkRoad Umfrage dauert dies bei den meisten Unternehmen zwischen einem (25%) und zwei (23%) Tagen.
  3. Umfang der Informationen, die man ein neuen Angestellten im Onboarding erhält
    Mission und Werte des Unternehmens sind hier die am häufigsten verbreiteten Informationen.
  4. Einbindung des Senior Management in den Onboarding Prozess
    Senior Management führt entweder selbst durch den Onboarding Prozess oder entwirft den exakten Ablauf.
  5. Umfang der Informationen, die der Kandidat bereits im Pre-Onboarding erhält
    Willkommenspakete sind die beliebteste Pre-Onboarding Maßnahme bei den befragten Unternehmen. Auch Treffen mit verantwortlichen Managern und Vorgesetzten sind weitverbreitete Taktiken

Cultureboarding ist selbstverständlich nur eine von vielen Onboarding Strategien, doch wie wir bei CompanyMatch schon in vergangen Blog Posts analysiert haben, spielen die Unternehmenskultur und der Cultural Fit neuer Mitarbeiter eine essentielle Rolle für den Erfolg eines jeden Unternehmens.
Erfolgreiches Onboarding kann also dafür sorgen, dass man Mitarbeiterfluktuation senken und die Produktivität des gesamten Betriebs steigern kann. Wie genau sich Fehleinstellungen auf ein unternehmen auswirken und und wie viel sie tatsächlich kosten, könnt ihr in unserem neuen White Paper nachlesen!
Um zum kostenlosen Download zu gelangen, füllt bitte das untenstehende Formular aus.