Datengesteuertes Recruiting: Die Auswirkungen von Big Data

Veröffentlicht auf 17-05-2018

Wir befinden uns im dritten Zeitalter von Recruiting und es scheint, als ob vor allem ein Begriff nicht vermieden werden kann: Big Data. Die Technologie prägt und transformiert die Art und Weise, wie wir Talente gewinnen und binden. Wir haben einige der großen Fragen rund um Big Data beantwortet.

Die HR Branche sieht sich derzeit mit großen Veränderungen konfrontiert. Neue Technologien, wie künstliche Intelligenz, ermöglichen es uns, Talente effizienter und bewerber-freundlicher als je zuvor zu rekrutieren. Wir können automatisch auf Social Media-Netzwerke zugreifen, Chatbots bauen, die Vorstellungsgespräche für uns planen, oder KI unsere Stellenanzeigen optimieren lassen – um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Die treibende Kraft hinter diesen neuen Werkzeugen? Daten. Jede Menge an Daten.

Und obwohl wir (unbewusst) jeden Tag mit Big Data konfrontiert werden, drehen sich viele Fragen um das Thema. Wir werden heute die folgende Fragen angehen:

  • Was ist Big Data? Wie funktioniert es?
  • Wie transformiert Big Data die HR Branche?
  • Was sind mögliche Nachteile von Big Data?

Was ist Big Data und wie funktioniert es?

Wir chatten auf Facebook, posten Bilder auf Instagram, kaufen ein bei Amazon und messen Aktivitäten mit unseren Smartwatches – all diese Aktionen generieren Daten. Wir leben im Grunde in einer Welt, die sich um Big Data dreht. All diese Daten sind nicht nur extrem komplex, sondern werden zusätzlich auch noch in Echtzeit produziert. So generieren die Nutzer des Internets täglich durchschnittlich 2,5 Trillionen Byte an Daten, laut einer Studie von Domo.

Derzeit werden weniger als 0,5% aller Daten analysiert und verwendet
– was für ein Potential!

Der Begriff “Big Data” bezieht sich also nicht nur auf diese gigantischen Datenmengen, sondern auch auf die Techniken, Werkzeuge und Frameworks, mit denen sie analysiert werden können. Big Data beruht dabei auf einem ziemlich logischen Prinzip: Je mehr wir wissen, desto präziser können wir vorhersagen, was als nächstes kommt. Durch den Vergleich mehrerer Datenpunkte entstehen Beziehungen und Verbindungen, die dann genutzt werden können, um mögliche Zukunftsszenarien vorherzusagen und klügere Entscheidungen zu treffen. Kein menschlicher Datenanalytiker wäre jedoch in der Lage, diesen Job zu machen – einfach deshalb, weil die involvierten Datenmengen jenseits der Verarbeitungsfähigkeit unseres Gehirns liegen. Aus diesem Grund verwenden Big-Data-Projekte häufig neueste Technologien wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Indem sie Computern beibringen, was diese Daten darstellen, zum Beispiel durch Bilderkennung oder natürliche Sprachverarbeitung, können sie lernen, Muster schneller und zuverlässiger zu erkennen als jeder Mensch.

big data stats

Quelle: Smartinsights.com

Wie transformiert Big Data Recruiting?

Hier sind die drei größten Bereiche, in denen die HR Branche von Big Data profitieren würde:

  • Optimierung der Arbeitgebermarke
  • Selektion der erfolgreichsten Recruiting-Kanäle
  • Bauchgefühl durch Cultural Fit ersetzen

Arbeitgebermarke optimieren

Wir bei CompanyMatch glauben, dass Produktivität und Zufriedenheit auf dem Arbeitsplatz Hand in Hand gehen. Eine starke Arbeitgebermarke wird Ihr Unternehmen von der Konkurrenz abheben und somit Ihr Hauptvorteil bei der Einstellung und Bindung der besten Talente sein. Aber wie kann Big Data dazu beitragen, eine starke Arbeitgebermarke zu entwickeln?

Zu Beginn kann man mithilfe von Big Data-Analysen feststellen, ob die schriftliche Arbeitgebermarke auch die Realität widerspiegelt. So kann man, beispielsweise, Social-Media-Posts oder Umfragen analysieren. Wenn man eine neue Arbeitgebermarke entwickelt, können sogenannte “Pulse Surveys” helfen, das Mitarbeiterengagement vor, während und nach der Einführung der neuen Employer Brand zu messen.

Selektion der erfolgreichsten Recruiting-Kanäle

In der Regel verwenden Unternehmen eine Vielzahl von Recruiting-Kanälen, einschließlich Social Media, Headhunter, Online-Stellenbörsen und Zeitungen. Es ist von entscheidender Bedeutung, ein klares Verständnis darüber zu haben, welche Kanäle am erfolgreichsten sind. Dies spart Zeit, Budget und Energie. Das Wunderbare an Big Data ist, dass man die Erfolgsquote jedes einzelnen Kanals genauer als je zuvor messen kann. Anstatt nur die Quantität zu messen, beispielsweise anhand der Anzahl von erhaltenen Lebensläufe per Kanal, kann man auch die Qualität Bewerbungskanälen auswerten. So kann man, zum Beispiel, die erfolgreichsten Mitarbeiter ermitteln und feststellen, von welchen Kanälen diese stammen.

Bauchgefühl durch Cultural Fit ersetzen

Leider basieren die meisten HR-Manager ihre Entscheidung immer noch auf ihr Bauchgefühl. Big Data ermöglicht es uns jedoch, geeignetere Kandidaten zu finden, die länger mit ihrer Position aber auch dem Unternehmen zufrieden sind. Neue Tools ermöglichen es Unternehmen nicht nur, Fähigkeiten und Erfahrungen von Kandidaten zu vergleichen, sondern auch ihre kulturelle Übereinstimmung mit der Unternehmenskultur zu messen. Dies wird die Personalbranche verändern. Immerhin geben 52% der Leiter von HRler zu, dass die Identifizierung der richtigen Kandidaten aus einem großen Bewerberpool der schwierigste Teil des Prozesses ist. Natürlich wird die endgültige Einstellungsentscheidung weiterhin von einem Menschen getroffen, aber KI und Big Data können helfen, die Kandidatenauswahl auf die am bestgeeignetsten 10 oder 20 einzugrenzen. Mehr zu dem Platz der Unternehmenskulur in einer zunehmend digitel Welt hier.

Big-Data-nachteile

Wem gehören unsere Daten?

Was sind mögliche Nachteile von Big Data?

Wie jeder große technologische Wandel wirft Big Data einige wichtige Fragen und Bedenken auf, die es zu berücksichtigen gilt:

  • Datenschutz
  • Datensicherheit
  • Daten Diskriminierung

Datenschutz – Gehören meine Daten mir?

Die aktuellen Facebook-Datenschutzverletzung bringt das Thema Datenschutz erneut in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Wir generieren täglich eine große Menge an Big Data, die viele Informationen über unser persönliches (und privates) Leben enthält – die meiste Zeit sind wir uns dieser digitalen Präsenz gar nicht bewusst. Das Gleichgewicht zwischen der Offenlegung von Dingen über uns selbst und der Bequemlichkeit von Big Data-getriebenen Anwendungen und Diensten zu finden, wird eine fortlaufende Herausforderung in Bezug auf Big Data sein.

Datensicherheit – Wem kann ich meine Daten anvertrauen?

Selbst wenn wir unsere Daten bereitwillig für bestimmte Zwecke zur Verfügung stellen, können wir dem Unternehmen vertrauen, sie verantwortungsvoll zu verwenden? Als Arbeitgeber ist es äußerst wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zu Kandidaten aufzubauen und ihnen zu garantieren, dass ihre Daten in guten Händen sind. Eine gut etablierte, transparente Arbeitgebermarke ist wieder einmal der Schlüssel.

Daten Diskriminierung – Was ist, wenn meine Daten gegen mich verwendet werden?

Wenn alles bekannt ist, wird es akzeptabel sein, Menschen aufgrund ihrer Daten auszuschließen oder mehr zu fördern? Schließlich verwenden bereits Systeme wie Credit Scoring verwendet, um Personen anhand ihrer Informationen zu bewerten. In Zukunft werden diese Bewertungen noch detaillierter werden. Wir müssen vermeiden, dass dies in einer Weise geschieht, die das Leben für diejenigen erschwert, die bereits weniger Zugang zu Daten und Ressourcen haben. Auch in Bezug auf Unternehmenskultur und Cultural Fit bleibt kulturelle Vielfalt und Diversität essentiell und muss in Big-Data-Anwendungen und -Tools integriert werden.

Ein Blick in die Zukunft …

Big Data verändert die Welt, wie wir sie kennen – dies ändert sich auch in der Zukunft nicht. Ganz im Gegenteil! Die Datenmenge nehmen jeden Minute weiter zu und die Werkzeuge zur Datenanalyse besser und besser. Unternehmen, die Big Data erfolgreich integrieren, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil – nicht nur in Bezug auf die Bindung und Rekrutierung von Talenten. Die Einschränkungen und Nachteile der Technologie sollten allerdings nicht in Vergessenheit geraten. Unternehmen, die diese ignorieren oder verletzen, werden anfällig – finanziell, rechtlich und in Bezug auf den Ruf als Arbeitgeber.
Momentan steckt die HR-Branche noch in den Kinderschuhen, wenn es um Big Data geht. Also die perfekte Zeit um zu starten!

Passend zu diesem Thema veröffentlichte CompanyMatch ein, auf wissentschaftlichen Studien beruhendes, White Paper. Um zum kostenlosen Download des Reports zu gelangen, füllt einfach das nebenstehende Formular aus.