Diversität und Cultural Fit – Ein perfektes Team?

Veröffentlicht auf 25-05-2017

Ein häufig aufkommender Kritikpunkt am Cultural Fit ist die Frage nach der Diversität am Arbeitsplatz und ob diese durch eine Recruiting Strategie basierend auf dem Cultural Fit eingeschränkt wird. Doch was genau versteht man überhaupt unter Diversität? Und in was ist dran an der Kritik?

Diversität am Arbeitsplatz

Diversität auf dem Arbeitsplatz

Viele denken, dass sich Diversität lediglich aus offensichtlichen Merkmal, wie zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Hautfarbe, zusammensetzt. Doch Diversität ist viel mehr als das! Faktoren, wie die Bildung einer Person, die persönliche Vergangenheit, gesammelte Erfahrungen sowie individuelle Ziele und Werte, spielen ebenfalls eine große Rolle. Studien zeigen, dass Diversität am Arbeitsplatz sich extrem positiv auf die Performance eines Unternehmens auswirkt. Es werden kreativere Lösungen gefunden, innovative Produkte entwickelt, und neue Märkte schneller erobert. Hinzukommt, dass eine diverse Mitarbeiterschaft jedem einzelnen Arbeitnehmer ein Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und Anerkennung vermittelt. Diversität verringert also auch das Risiko von Mitarbeiterfluktuation. Dies spart dem Unternehmen nicht nur enorme Kosten, sondern wirkt sich auch positiv auf die Moral der gesamten Mitarbeiterschaft aus.  Es ist also nicht verwunderlich, warum HR Manager seit Jahren versuchen die Diversität des eignen Unternehmens zu steigern, um von diesen vielen Vorteilen profitieren zu können.

Kritik am Cultural Fit
Ein immer wieder aufkommender Kritikpunkt am Cultural Fit ist, dass es sich negativ auf die so profitable Diversität eines Unternehmens auswirken könnte. So könnte eine Recruitment Strategie, die auf Cultural Fit basiert, zu einer hohen Ähnlichkeit von Mitarbeitern in Bezug auf Persönlichkeit, Haltung, Werten, Denkstil, und Herkunft innerhalb eines Unternehmens führen. Dies würde wiederum in Selbstüberschätzung und einem Mangel an Kreativität führen. Hinzukommt, dass laut einer aktuellen Studie 40% der befragten anstellenden Manager ungern Fragen zum Thema Cultural Fit während eines Bewerbungsgesprächs stellen, da diese möglicherweise als diskriminierend gewertet werden könnten.

Klassische Fehler
Die genannten Kritikpunkte basieren auf weit verbreiteten Missverständnissen mit denen das Konzept „Cultural Fit“ zu kämpfen hat. In vielen Fällen wird sich nicht intensiv genug mit dem Konzept auseinandergesetzt und immer wieder aufkommende Fehler führen letztendlich zu einer falschen Umsetzung des Konzepts.

Klassische Fehler hierbei sind:

  • Persönliches Bauchgefühl anstelle von Cultural Fit
  • Unternehmenskultur nicht klar definiert
  • Falsch formulierte Stellenanzeigen

Viele Personalchefs hören vor allem auf ihr Bauchgefühl, wenn es um die Einschätzung des Charakters und der Sympathie des Bewerbers geht. Dies hat allerdings zur Folge, dass auch Vorurteile gegenüber bestimmten Bewerbern sich in den Einstellungsprozess einschleichen. Diese Vorurteile oder Präferenzen sind menschlich und lassen sich nicht vermeiden. Letzten Endes führt dies allerdings dazu, dass die ausgewählten Kandidaten sich insgesamt zu ähnlich sind. Dies wiederum wirkt sich negativ auf die Entwicklung einer diversen Mitarbeiterschaft aus.

Auch die Kultur eines Unternehmens kann zu Missverständnissen und Fehlern im Recruitment führen, besonders dann, wenn diese nicht klar genug definiert ist. Eine klare Definition von firmeninternen Werten, Zielen und Prioritäten ist allerdings essentiell für eine auf der Persönlichkeit des Bewerbers basierenden Recruiting Strategie. Man würde doch beispielsweise einen Kandidaten nicht auf Grund von einem Mangel an technologischen Fähigkeiten ablehnen, bevor man die benötigten Fähigkeiten überhaupt festgelegt hat. Gleichermaßen sollte man auch nicht versuchen Menschen anzustellen, die theoretisch einen Cultural Fit darstellen, bevor man überhaupt die existierende Kultur definiert hat.

Ein dritter häufig aufkommender Fehler ist, dass falsch formulierte Stellenanzeigen zu ungewollter Diskriminierung führen können und sich damit negativ auf eine Diversität am Arbeitsplatz auswirken. Man hört immer noch viel zu oft die Entschuldigung „Wenn sich keine Frau bewirbt, kann ich auch keine einstellen“. Es ist allerdings viel eher der Fall, dass wenn sich keine Frau bewirbt, etwas falsch mit der Stellenanzeige ist. Eine Studie der Duke University zeigt, dass die Formulierung einer Jobanzeige extreme Auswirkungen auf die Diversität der Bewerber hat. Bestimmte Wörter werden eher als maskulin, wie yum Beispiel “dominant”, “führend” oder “vorgesetzt”, andere als feminin, wahrgenommen. Feminine Wörter sind zum Beispiel “loyal”, “unterstützen” und “verbunden”. Ein Unternehmen sollte also versuchen, eine Balance zwischen diesen beiden Kategorien zu finde, um bereits im ersten Schritt des Recruitment Prozesses eine diverse Auswahl von Bewerbern zu erzeugen.

Cultural Fit und Diversität

Cultural Fit für mehr Diversität: So funktioniert es!
Bei einer auf dem Cultural Fit beruhender Stellenbesetzung sollte man nicht auf sei Bauchgefühl, sondern auf einen Supplementary sowie Complementary Fit achten. Der Complementary Fit spielt dabei auf die Eigenschaften und Fähigkeiten eines Bewerbers an, wie zum Beispiel notwendige Fachkenntnisse. Unter Supplementary Fit versteht man wiederum die Übereinstimmung von Werten und Zielen von Kandidat und Unternehmen. Idealerweise sollte man also eine Balance zwischen diesen beiden herstellen. Außerdem sollte ein weiterer Fokus auf „Cultural Contribution“ liegen. Darunter versteht man, dass die Persönlichkeit eines Bewerbers nicht umbedingt zu 100% mit der Kultur eines Unternehmens übereinstimmen muss. Wichtig ist, dass ein Kandidat etwas zu der Unternehmenskultur beitragen kann („Contribution“) und die Entwicklung dieser positiv beeinflusst. Dadurch entsteht nicht nur eine lebendige und aktive Unternehmenskultur, sondern auch die Diversität eines Unternehmens wird bestärkt und Gleichförmigkeit vermieden.

Diversität und Cultural Fit gehen Hand in Hand!
Nur weil Menschen unterschiedlicher Meinung sind, heißt es nicht, dass man nicht an gemeinsame Werte glauben kann. Die Herausforderung für Unternehmen ist also, ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem es für vielfältige Persönlichkeiten möglich ist auf einer Ebene zu kooperieren und erfolgreich zusammenzuarbeiten. Cultural Fit und Diversität gehen also Hand in Hand!

Mehr zu dem Zusammenspiel von Cultural Fit und Unternehmenskultur findet ihr in unserem White Paper. Um zum kostenlosen Download zu gelangen, einfach das untenstehende Formular ausfüllen!

 

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