Haufe Studie: Cultural Fit im Recruiting ist von hoher Relevanz

Veröffentlicht auf 08-12-2017

Das Thema Cultural Fit wird in der HR Branche heiß diskutiert. Kann “Recruiting mit Persönlichkeit” sich wirklich auszahlen? Die Haufe-Gruppe führte in Zusammenarbeit mit der Stepstone eine weitreichende Studie zu diesem Thema durch. Wir präsentieren euch heute die wichtigsten Ergebnisse!

Man befragte rund 4.000 HR-Verantwortliche nach ihrer Meinung über die Rolle von Unternehmenskultur und Cultural Fit im Recruiting. Außerdem wurden 25.000 Fach- und Führungskräfte nach ihren Erfahrungen auf dem Jobmarkt befragt. Die Ergebnisse der Umfrage geben nicht nur einen tieferen Einblick in den aktuellen Stand deutscher Personalgewinnung, sondern zeigen die Kontroverse um den Cultural Fit aus der Perspektive von Kandidaten sowie HR-Verantwortlichen.

Die wichtigsten Ergebnisse

Bevor wir uns in die detaillierte Analyse der Ergebnisse stürzen, wollen wir euch einen kurzen Überblick über die, aus unserer Sicht, interessantesten Ergebnisse geben:

  1. 93% der Personalentscheider finden es wichtig, dass der Bewerber zur gelebten Unternehmenskultur passt
  2. 15% der Unternehmen messen den Cultural Fit systematisch
  3. 67% überprüfen den Cultural Fit mithilfe von persönlichen Interviews
  4. 78% der befragten Fachkräfte würden einen IT-gestützten Cultural Fit Test begrüßen
  5. 6 von 10 Fachkräfte fühlten sich in einem Bewerbungsprozess bereits einmal von der Unternehmenskultur getäuscht

Aus diesen Ergebnissen kann man zwei Tendenzen erkennen: Erstens, die systematische Messung des Cultural Fit ist bei vielen Unternehmen noch ausbaufähig. Zweitens, Kandidaten stehen dem Konzept offen gegenüber und verlangen eine authentische Einsicht in die Unternehmenskultur eines zukünftigen Arbeitgebers.

Systematische Messung des Cultural Fit kaum etabliert

Die Haufe Studie ergab, dass von den Unternehmen, die den Cultural Fit im Recruiting Prozess ermitteln, 36% dies anhand von persönlichen Interviews tun. Das Problem bei dieser Methode ist, dass das Resultat der Evaluation meistens auf dem Bauchgefühl des HR-Verantwortlichen beruht.  Eine Möglichkeit, um diesen persönlichen Eindruck zu objektivieren, ist es, mehrere Vertreter des Unternehmens, auch aus anderen Abteilungen, an den Interviews zu beteiligen.

Die Umfrage ergab allerdings, dass dies nur selten der Fall ist: 4% der HR-Verantwortlichen gaben an, dass auch Mitarbeiter aus anderen Abteilungen zum Auswahlverfahren herangezogen würden. Führungskräfte aus anderen Abteilungen sind bei jedem zehnten Unternehmen involviert. Bei lediglich 31% der Unternehmen nehmen Kollegen, für deren Team ein neuer Angestellter gefunden werden soll, an den Gesprächen teil.

Wie bereits erwähnt messen lediglich 15% der befragten Personalverantwortlichen den Cultural Fit mithilfe von objektiven Verfahren und Tools systematisch. Von diesen Unternehmen verlassen sich 67% auf leitfadengestützte Interviews, ein Drittel auf Online- oder computergestützte Persönlichkeitstests und 18% greifen auf schriftliche Persönlichkeitstest zurück. Doch in wie fern verhelfen solche Maßnahmen zu einem verbesserten Recruiting Ergebnis?

Systematische Ermittlung verbessert das Recruiting Ergebnis

Interessanterweise geben von den Recruitern, die systematische Verfahren im Bewerbungsprozess einsetzen, 84% an, dass sie so die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter steigern konnten. Außerdem konnte bei 70% Fluktuation verhindert und so enorme Kosten gespart werden. Zwei Drittel gaben an, dass sie durch die objektive Evaluation des Cultural Fit mehr über ihre Kandidaten lernen konnten, als mit traditionellen Bewerbungsverfahren.

In unserem White Paper beschäftigten wir uns intensiv mit den Kosten von Fehlbesetzungen sowie die Rolle des Cultural Fit in diesem Kontext. Wir definieren fünf klassische Fehler sowie Taktiken, diese zu vermeiden, um Fehlbesetzungen zu vermeiden. Den vollständigen Report könnt ihr am Ende dieses Artikels herunterladen.

 Cultural Fit Test aus der Sicht des Kandidaten

Cultural Fit kann nicht nur dem Unternehmen viel Geld einsparen, sondern hat auch aus der Sicht von Kandidaten viel zu bieten. Generell denken 70% der befragten Fachkräfte, dass Unternehmen, die die Persönlichkeit eines Bewerbers messen, erfolgreichere und zufriedenere Teams haben.  Doch man stimmt dem Konzept „kulturelles Recruiting“ nicht nur in der Theorie zu, sondern begrüßt auch Methoden um den persönlichen Cultural Fit bereits im Bewerbungsverfahren zu messen. 78% der Befragten würden gerne einen IT-gestützten Persönlichkeitstest machen. Nur 8% würden den Bewerbungsprozess wegen eines solchen Testes unterbrechen.

Der CompanyMatch Scan bietet Unternehmen sowie Kandidaten dabei die perfekte Kombination von Spaß und Seriosität: Kandidaten können die eigenen Werte, Präferenzen und kulturellen Vorstellungen direkt mit denen des favorisierten Unternehmens abgleichen und einen persönlichen Match Prozentsatz ermitteln. Dieses Match Ergebnis kann man anschließend direkt an die Bewerbung anhängen. So können Arbeitgeber einen ersten Eindruck über den Kandidaten gewinnen, bevor der eigentliche Bewerbungsprozess beginnt. Ein Gewinn für beide Seiten!

Diskrepanz zwischen Unternehmenskultur und Employer Branding

In den vergangenen Monaten beschäftigten wir uns intensiv mit dem Thema Employer Branding. Unsere Experten-Interviews sowie eigene Recherchen ergaben, dass vor allem ein Term im Employer Branding im Mittelpunkt steht: Authentizität.

Das folgende Ergebnis der Umfrage war daher eher überraschend: Sechs von zehn Fachkräften wurden schon mindestens einmal über die Kultur eines Unternehmens im Verlauf des Bewerbungsprozesses getäuscht. Solche Täuschungen sind nicht nur ärgerlich für den Kandidaten, sondern können auch enorm schädlich  für die Arbeitgebermarke eines Unternehmens sein. Denn, wie Anja Bank, Employer Brand Manager bei Vodafone, es so gut zusammenfasst „am Ende spricht sich negatives Feedback (…) viel schneller herum, als wenn ein Kandidat zufrieden war“.

Es ist essentiell für erfolgreiches Recruiting, dass die nach außen kommunizierten Werte auch tatsächlich im Unternehmen gelebt werden. Eine Diskrepanz zwischen Unternehmenskultur und Employer Branding sollte unbedingt verhindert werden.

Lust auf mehr? Wir sprachen mit Stephan Rathgeber, Director Marketing bei Manpower DE, über das Geheimnis hinter erfolgreichem Employer Branding. Das vollständige Interview findet ihr hier.

Das CompanyMatch White Paper “Die wahren Kosten von Fehlbesetzungen“ könnt ihr kostenlos herunterladen. Füllt dazu bitte das untenstehende Formular aus.