Was machen Führungskräfte falsch?

Veröffentlicht auf 21-02-2017

Immer häufiger hört man von Arbeitnehmern, die ihren Job aufgeben, weil der Führungsstil des Managers zu Unzufriedenheit und fehlender Motivation führt. Personalfluktuation kostet einem Unternehmen besonders viel, nicht nur aus finanzieller Sicht. Auch stört die regelmäßige Einarbeitung neuen Personals Arbeitsfluss des Teams. Dieses Problem ist jedoch einfacher lösbar als man denkt. Es benötigt nur ein wenig Bemühungen von Seiten der Führungsetage.

Laut einer Studie der Universität Kalifornien sind motivierte Mitarbeiter 31% produktiver und 3 mal so motiviert als der durchschnittliche Arbeitnehmer. Zudem neigen motivierte Mitarbeiter auch 87% weniger dazu ihren Job aufzugeben, bestätigt die Corporate Leadership Council Studie. Gallup beweist außerdem, dass 70% der Mitarbeiter Motivation vom Führungsstil abhängt. Aber was machen Manager denn eigentlich falsch? Folgende Fehler sollten Führungspositionen vermeiden:

Mitarbeiter überfordern
Eigentlich ist es ganz logisch: überarbeitete Mitarbeiter sind unzufrieden und unmotiviert. Jedoch neigen viele Manager trotzdem oft dazu die Mitarbeiter zu überfordern, was ihnen das Gefühl gibt, sie würden für gute Arbeit bestraft werden. Eine Studie der Stanford Universität zeigt, dass die Produktivität pro Arbeitsstunde stark abfällt, wenn die Arbeitswoche 50 Stunden überschreitet. Nach 55 Stunden fällt die Arbeitsleistung deutlich ab. Wenn die Arbeitsstunden eines Mitarbeiters angehoben werden, sollte ebenfalls eine Beförderung stattfinden. Motivierte und kompetente Mitarbeiter sind oftmals bereit dazu mehr Zeit in ihre Karriere zu investieren, jedoch möchten sie auch etwas zurückbekommen und auf der Karriereleiter aufsteigen. Wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, ist es nur logisch, dass sich talentierte Arbeitnehmer einen Arbeitgeber suchen, der ihnen gibt was sie verdienen.

Gute Leistungen nicht wertschätzen oder belohnen
Viele Führungskräfte nennen oftmals Vertrauen und Autonomie als Gründe, um von ihrer fehlenden Aufmerksamkeit für gute Arbeitsleistungen abzulenken. Das ist schlichtweg falsch. Gute Manager sind aufmerksam, hören zu und geben Feedback, egal wie talentiert der Mitarbeiter ist. Management hat einen Anfang, aber kein Ende. Talentmanagement bedeutet Bereiche zu finden, in denen Mitarbeiter ihre Kenntnisse noch weiter ausbauen können. Feedback eignet sich dabei wunderbar als wertvolles Werkzeug, um talentierten Mitarbeitern bei der Entwicklung ihrer Talente zu unterstützen. Es ist die Aufgabe der Führungskraft Feedback zu geben und zur Motivation und Entwicklung beizutragen, um Langeweile und Unzufriedenheit vorzubeugen.

Interessant? Dann lest dazu auch unseren Blog Post “Wertschätzung als kulturbildendes Instrument”

Sich nicht für seine Mitarbeiter interessieren
Die Balance zwischen Professionalität und Menschlichkeit ist ein wichtiger Punkt für ein erfolgreiches Management. Dazu zählen Empathie mit denen, die durch harte Zeiten gehen, individuelle Förderung und die Wertschätzung beruflicher Erfolge. Chefs, denen die Belange der Mitarbeiter egal sind werden immer mit einer hohen Mitarbeiterfluktuation bestraft. Es ist unmöglichen einen Mitarbeiter, der sich persönlich nicht involviert fühlt und nicht voll und ganz hinter dem Arbeitgeber steht dazu zu bringen 8 Stunden am Tag gute Arbeit zu leisten.

Die falschen Mitarbeiter einstellen und befördern
Wenn Führungskräfte sich nicht die Zeit nehmen gut durchdachte Personalentscheidungen zu treffen und somit unpassende Mitarbeiter einstellt oder befördert, frustrieren diejenigen, die wirklich motiviert sind und herausragende Arbeit leisten.

Mitarbeiter daran hindern ihrer Passion nachzugehen
Talentierte Mitarbeiter sind auch passionierte Mitarbeiter. Es ist wichtig Möglichkeiten und Freiraum zu schaffen, damit Arbeitnehmer überhaupt eine Passion für ihren Job entwickeln können und damit zur Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit beizutragen. Jedoch verhindern viele Führungskräfte diese Entwicklung aufgrund der Annahme, dass die Produktivität sich automatisch verschlechtert, wenn dem Mitarbeiter zu viel Freiraum gegeben wird und er seinen Passionen nachkommen kann. Diese Ängste sind aber unbegründet. Studien beweisen, dass Mitarbeiter, die Leidenschaft für Tätigkeiten entwickeln einen so genannten „Flow“ erleben. Dabei handelt es sich um einen euphorischen Geisteszustand, durch den sich die eigene Produktivität verfünffacht.

Fehlende Förderung der Kreativität
Die motiviertesten und talentiertesten Mitarbeiter sind Perfektionisten. Wenn ihnen jedoch die Möglichkeit genommen wird Dinge selbstständig zu verbessern und somit ihre Motivation aus den Ergebnissen zu ziehen, werden diese Mitarbeiter verzweifeln und ihre Unzufriedenheit wird auch andere anstecken. Die Hemmung des kreativen Spielraums schränkt nicht nur die Mitarbeiter ein, sondern auf langer Sicht auch den Manager.

Wenig intellektuelle Herausforderungen
Gute Führungskräfte ermutigen ihre Mitarbeiter Aufgaben zu meistern, die sie sich selbst noch gar nicht zutrauen. Anstatt der alltäglichen Tätigkeitsbereiche, sollten Führungskräfte ihre Mitarbeiter mit Aufgaben und Zielen herausfordern, die außerhalb der gewohnten Comfort Zone liegen. Die beliebtesten Manager tun alles in ihrer Macht Stehende, um ihren Mitarbeitern zum Erfolg zu verhelfen. Mitarbeiter, die zu wenig gefördert werden und nur ihren Routine Aufgaben nachgehen, sehnen sich langfristig nach Arbeitgebern, die ihnen die Möglichkeit bieten sich weiterzuentwickeln.

Talentierte Mitarbeiter entscheiden sich nicht einfach so ihren Arbeitgeber zu verlassen. Unzufriedenheit bringt sie dazu ihre Beschäftigung zu überdenken und einen Arbeitgeber zu suchen, der ihre Bedürfnisse erfüllt. Oft hängt es von der Führungsetage ab, ob ein Mitarbeiter zufrieden ist oder nicht. Ein richtiges Maß an Förderung, Wertschätzung und Vertrauen sind die Zutaten für produktivere und zufriedenere Arbeitnehmer und hilft ihnen dabei eine Passion für ihren Job entwickeln zu können.

 

Dieser Artikel wurde inspiriert und zum Teil übersetzt von der folgenden Quelle: “Bad Manager Mistakes That Make Good People Quit” .

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