Der Weg zum Erfolg: 3 Employee Experience Grundlagen

Veröffentlicht auf 08-06-2018

Die Verbesserung der Employee Experience (engl. für Mitarbeitererfahrung) ist zu einem zentralen Anliegen vieler Unternehmen geworden – und dies nicht ohne Grund! Es ist ein Aufruf an HR Abteilungen aber auch Führungskräfte, das häufig eintönige Arbeitsleben von Mitarbeitern in eine inspirierende, motivierende und produktive Reise zu verwandeln. Doch wo beginnt man diesen Weg? Wir haben die 3 Grundlagen, für eine positive Employee Experience für euch zusammengestellt!

In einer zunehmend digitalen Welt wird von Arbeitgebern erwartet, dass sie eine produktive, engagierte und angenehme Employee Experience (EX) bieten. Mit Hilfe neuester Methoden, wie Design Thinking und Employee Journey Mapping, versuchen HR-Abteilungen die EX besser zu verstehen und langfristig zu optimieren. Laut einer aktuellen Deloitte-Studie, bewerten fast 80 Prozent von Führungskräften weltweit die Employee Experience als sehr wichtig (42 Prozent) oder wichtig (38 Prozent). In Westeuropa, u.a. in der UK, Deutschland und den Niederlanden, steigt die Nachfrage nach einer positiven EX. Doch wie können wir diesem Trend entgegentreten?

Im Allgemeinen, können wir uns in einer Sache sicher sein: Bei der Employee Experience steht der Mensch im Mittelpunkt. Die folgenden drei Punkte sollten daher bei jeder EX berücksichtigt werden:

  • Positive Wahrnehmung des Unternehmens
  • Produktives Arbeitsumfeld
  • Erweiterte HR Funktionen

Lasst uns einen genaueren Blick auf diese Grundlagen werfen, um die Employee Experience eures Unternehmens zu verbessern!

employee experience illustration

Quelle: Deloitte, 2017

Positive Wahrnehmung des Unternehmens

Employee Experience beschreibt die allgemeine Wahrnehmung eines Unternehmens aus der Perspektive von Mitarbeitern. Diese beruht auf den Erfahrungen die ein Mitarbeiter im Verlaufe seiner Anstellung gesammelt hat: Von überfüllten Zügen am Morgen oder dem schlechtem Kaffee im Büro, die EX wird von den unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst. Die scheinbar kleinesten Dinge, wie zum Beispiel der Drucker, der immer kein Papier hat oder der veraltete Office-PC, der immer noch unter Windows XP läuft, können den größsten Einfluss auf die Wahrnehmung eines Arbeitgebers haben.

Die exakte Definition von Employee Experience hängt daher von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Im Allgemeinen, kann man allerdings sagen, dass es die Art ist, wie Mitarbeiter ihren Arbeitgeber aber auch ihren Job wahrnehmen. Aus diesem Grund, ist die EX nicht nur für das persönliche Wohlbefinden von Mitarbeitern, sondern auch für das eures Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Eine positive Employee Experience erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter motiviert, produktiv und engagiert sind – was will man mehr?

Die goldenen Regel: Behandle deine Mitarbeiter, wie du gerne behandelt werden möchtest.

In den letzten Jahren waren Organisationen von dem Begriff “Mitarbeiterengagement” förmlich besessen. Ein Gallup-Bericht aus dem Jahr 2016 zeigt jedoch, dass nur 13% der befragten Mitarbeiter tatsächlich ‘engaged’ sind. Lasst das mal kurz einsinken. Einer der Gründe für diese Krise ist, dass Unternehmen Engagement zwar oft messen, aber es nicht wirklich verstehen – geschweige denn verbessern. Es ist daher von grundlegender Bedeutung, dass Unternehmen sich mehr auf ein besseres Verständnis der Faktoren konzentrieren, die Engagement fördern. Employee Experience ist ganz oben mit dabei!

Glücklicherweise ist erfolgreiches EX-Design kein Hexenwerk. Sir Richard Branson, ein erfolgreicher Unternehmer, fasst es in sehr einfachen aber kraftvollen Worten zusammen: “Der Schlüssel ist, seine Mitarbeiter so zu behandeln, wie man selbst gerne behandelt werden möchtet.” Klingt machbar, oder?

Produktives Arbeitsumfeld

In den kommenden Jahren werden Millennials die Arbeitswelt stürmen. Mehr als jede andere Generation, suchen Millennials nach einem Weg ihren job in ihr Leben zu integrieren. Leidenschaft und eine tiefere Bedeutung in dem was man tut sind Grundvoraussetzungen für ihre Karriere. Als Arbeitgeber ist es daher wichtig, sich auf das “Warum” zu konzentrieren: Warum wollen meine Mitarbeiter für mich arbeiten? Warum sollten sie jeden Morgen im Büro auftauchen wollen? Warum sollten sie langfristig für mich arbeiten wollen?

Laut Jacob Morgan, Autor von “The Employee Experience Advantage”, beruht jede EX auf den folgenden drei Säulen:

  • Kulturelle Umgebung
  • Technische Umgebung
  • Physische Umgebung

Eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die all diese Punkte berücksichtigt, garantiert,dass Mitarbeiter gerne zur Arbeit auftauchen – auch bei strömendem Regen oder strahlendem Sonnenschein!

Kulturelle Umgebung

Das kulturelle Umfeld ist alles, was ein Mitarbeiter “fühlt” und ist ein wichtiger Faktor jeder EX. Es besteht aus Elementen wie Unternehmensstruktur, Hierarchie und Führungsstil. Es ist die Kultur, die den Mitarbeitern Sinn und Zweck gibt und eine emotionale Verbindung zu ihrem Arbeitsplatz schafft. Den Cultural Fit von Bewerbern zu messen gewinnt daher an zunehmender Bedeutung. Anstatt sich ausschließlich auf harte Fähigkeiten, Arbeitserfahrungen und Bildung zu konzentrieren, sollte die HR Strategie auch die interne Kultur und Arbeitgebermarke in Betracht ziehen. Am Ende entsteht die Unternehmenskultur schließlich aus den Werten, Einstellungen und Handlungen der Mitarbeitern.

Why is culture so important to a business? Here is a simple way to frame it. The stronger the culture, the less corporate process a company needs. When the culture is strong, you can trust everyone to do the right thing. — Brian Chesky, CEO von Airbnb

Technologische Umgebung

Das technologische Umfeld beschreibt alle Werkzeuge, die Mitarbeiter benötigen, um ihren Job gut auszuüben. Manager müssen bestimmen, welche Tools für ihre Organisation, Teams und Projekte am besten geeignet sind. Mehrere Faktoren sollten berücksichtigt werden:

  • Unternehmenskultur
  • Tempo der Kommunikation
  • Formalität
  • Technologisches Verständnis

Dies kann auch bedeuten, dass die besten Collaboration-Tools nicht umbedingt die Besten für das eigene Unternehmen sind. Für einige Unternehmen sind “Old-School-E-Mails” schlicht und ergreifend das wertvollste Mittel für internen Kommunikation – einfach weil es am besten passt. Unabhängig davon, welches spezifische Tool ausgewählt wurde, sollte ein Unternehmen immer sicherstellen, dass es seinen Mitarbeitern die besten verfügbaren Tools zur Verfügung stellt. Mitarbeiter um Feedback zu bitten, kann helfen, den Kommunikationsprozess und damit die EX kontinuierlich zu optimieren.

Physische Umgebung

Das physische Umfeld ist alles, was Mitarbeiter sehen, riechen, berühren, hören oder schmecken können. Von bequemen Bürostühlen, über die Kunst an den Wänden bis zu gemeinschaftlichen Mittagstischen und Straßenlärm. Auch Faktoren wie Temperatur, Beleuchtung, Luftqualität und Hygiene – insbesondere die der Toiletten – wirken sich direkt auf die Leistungsfähigkeit, Konzentration und das Wohlbefinden von Mitarbeiter aus. Das physische Design eines Arbeitsbereichs ist daher besonders für die Mitarbeiter, die an ihren Schreibtisch gebunden sind, von großer Bedeutung. Elemente die Produktivität und Kreativität am Arbeitsplatz verbessern, wird jede EX verbessern.

Employee Experience Arbeitsplatz

Ein kreativ eingerichteter Arbeitsplatz trägt viel zur EX bei.

Erweiterte HR Funktionen

My philosophy has always been, if you can put staff first, your customers second, and shareholders third, effectively, in the end, the shareholders do well, the customers do better, and your staff remains happy. —Sir Richard Branson

Ganze Imperien wurden nach dem folgenden Prinzip gegründet: Der Kunde ist König. Die Schaffung eines positiven Kundenerlebnisses (CX) steht daher seit langem im Mittelpunkt vieler Unternehmen. Es gibt jedoch einen neuen Gedanken in der Geschäftswelt, der diesen Ansatz in Frage stellt: Was wäre, wenn wir zunächst unsere Mitarbeiter an erste Stelle setzen müssen, um einen positiven CX zu schaffen?

Mitarbeiter sind die besten Botschafter eines Unternehmens. Aus diesem Grund, zielen führende Organisationen in der EX-Bewegung darauf ab, positive Berührungspunkte in allen Phasen des “Employee-Lifecycle” zu schaffen. Aus dem Mitarbeiter wird der Konsumer. Dies bedeutet nichts weniger, als Mitarbeiter durch die Konsumerlinse zu betrachten. Das Ziel: Eine soziale, mobile und konsum freundliche EX zu schaffen. Eine beliebt Methode ist das Customer-Journey-Mapping – oder in diesem Fall das Mitarbeiter-Journey-Mapping. In einfachen Worten, betrachtet man hier verschiedene Phasen des Employee-Lifecycle aus der Sicht der Mitarbeiter, um ausbaufähige Bereiche zu identifizieren.

Es gibt viele andere Möglichkeiten, eure Arbeitgebermarke zum Leben zu erwecken. Im Idealfall sollte die EX die einzigartigen Attribute eurer Arbeitgebermarke widerspiegeln und diese Merkmale für Mitarbeiter in allen Abteilungen und Positionen erfassen. Im Allgemeinen ist es wichtig, traditionelle HR-Methoden und -Ansätze zu verbessern, um weiterhin relevant für Talente zu bleiben und diese auch langfristig an ein Unternehmen zu binden.

Employee Experience – Der Weg zum Erfolg

Digitalisierung und Automatisierung, aber auch ein Wechsel in Generationen verändert die Arbeitswelt, wie wir sie kennen. Unternehmen müssen sich an die neuen Anforderungen anpassen und einen Ausweg aus der Engagement Krise finden, um weiterhin als Arbeitgeber relevant zu bleiben. Doch wie? Indem ich man Mitarbeitern besser zuhört und sich in ihre Lage versetzt. Nur wenn Mitarbeiter sich direkt involviert und gewertschätzt fühlen, sowie einen tieferen Sinn in ihrem Beruf sehen, erbringen sie hervorragende Leistungen. Die Schaffung dieser emotionalen Verbindung zwischen Arbeitgebermarke und Arbeitnehmer wird die nächste große Herausforderung, nicht nur für die HR-Abteilungen, sondern für die gesamte Organisation sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine gut durchdachte EX-Strategie die Wahrnehmung der Mitarbeiter, den Arbeitsplatz und einen verbraucherorientierten HR-Ansatz berücksichtigt. Dies wird ohne Zweifel zu mehr Engagement, Produktivität, Motivation, Enthusiasmus und einer insgesamt stärkeren Leistung des Teams führen. Es gibt jedoch keine Autobahn zum Erfolg – es ist eher ein schwer erkennbarer, gewundener Trampelpfad, den jedes Unternehmen gemeinsam mit seinen Mitarbeitern erkunden muss.

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