Wie Company Fit Stress am Arbeitsplatz verhindern kann

Veröffentlicht auf 12-09-2019

Angst, Wut, Verhaltensstörungen und Symptome einer Depression. Dies sind alles Merkmale von chronischem Arbeitsstress. Darüber hinaus, kann arbeitsbedingter Stress sowohl für Mitarbeiter als auch für die Organisation finanzielle Verluste verursachen. Das mag alles bekannt klingen, aber wussten Sie, dass auf Company Fit basierte Einstellungen dazu beitragen können, dass es gar nicht erst zu Stress am Arbeitsplatz kommt?

Dieser Artikel ist eine Erweiterung unseres Whitepapers “Quality of Hire – Vom Job Fit zum Company Fit”. Sie können das Whitepaper hier herunterladen.

In ihrer Studie Linking person-job fit to job stress: The mediating effect of perceived person-organization fit erläutern Deniz, Noyan und Ertosun das Problem und bieten eine effektive Lösung:

Stellen Sie Mitarbeiter für Person-Organization Fit (Company Fit) und Person-Job Fit (Job Fit) ein.

Durch die sorgfältige Berücksichtigung von Person-Job-Fit können Unternehmen sicherstellen, dass sich Einzelpersonen effizient anpassen können, und durch die Sicherstellung von Person-Organisation-Fit können Unternehmen innerhalb ihrer Kultur die Möglichkeit bieten, negative Auswirkungen in Zeiten hoher Belastung auszugleichen. (1) – Deniz et al.

Stress am Arbeitsplatz: schlecht für Mitarbeiter, Unternehmen und Gesellschaft

Arbeitsbedingter Stress wirkt sich nicht nur negativ auf die gestresste Person aus, sondern auch auf ihr Arbeitsumfeld (und sogar auf die Gesellschaft, zum Teil aufgrund der Gesundheitskosten).

Auswirkungen auf den Mitarbeiter

Längere Perioden von Stress (einschließlich arbeitsbedingter Stress) können sich gefährlich auf die körperliche und geistige Gesundheit eines Mitarbeiters auswirken. (2) Diese langfristigen stressbedingten Symptome können obendrein zusätzliche Probleme verursachen: der Mitarbeiter könnte seine Stelle verlieren, weil seine Produktivität und sein Engagement abnimmt, Probleme bekommen bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung, oder für die unvorhergesehene Zukunft nicht (oder nur teilweise) im Stande sein zu arbeiten. All diese Faktoren könnten sein Einkommen drastisch senken und seine Unabhängigkeit und Selbstwertgefühl beeinträchtigen.

Auswirkungen auf das Unternehmen

Hat ein Mitarbeiter aufgrund von arbeitsbedingtem Stress physische und psychische Gesundheitsprobleme, dann hat dies natürlich auch negative Auswirkungen auf die Organisation, für die er arbeitet. Zum Beispiel:

  • ein geringeres Arbeitsengagement des Mitarbeiter
  • negative Auswirkungen auf die Leistung und Produktivität des Mitarbeiter
  • durch menschliches Versagen verursachte Unfälle
  • eine höhere Fluktuation und Kündigungsrate
  • eine geringere Anwesenheit
  • probleme bei der Einstellung und Bindung von Personal
  • ein negatives organisatorisches Image und Ansehen
  • mögliche Rechtsstreitigkeiten (2)

Darüber hinaus, befindet sich der gestresste Mitarbeiter im Überlebensmodus, was bedeutet, dass er weder in der Lage ist über die Gegenwart hinauszudenken noch kreative Arbeit und effektive langfristige Pläne oder Lösungen zu entwickeln.

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Die Kosten für Arbeitgeber

In ihrem Bericht, Calculating the cost of work-related stress and psychosocial risks (3), zeigte die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz die Kosten für Unternehmen im Zusammenhang mit Arbeitsstress:

Die Beweise zeigen deutlich, dass arbeitsbedingter Stress und psychosoziale Probleme zu erhöhten Abwesenheitsraten und Fluktuationsraten zusammen mit einer verringerten Produktivität und Leistung führen. (3)

Krankheitsabwesenheit und Präsentismus

Nach den Angaben in dem Bericht sind schätzungsweise 30% bis 60% der Abwesenheit am Arbeitsplatz stressbedingt. Wenn man die Auswirkungen von langen Arbeitsstunden, mangelndem Engagement, persönlichen Problemen und geringer Arbeitsmoral berücksichtigt, liegen die Werte zwischen 40% und 60%.

Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit Arbeitsstress ist der Präsentismus: trotz Krankheit arbeiten. Dies sorgt für Produktivitätsverluste, mehr Gesundheitsprobleme (weil man nicht richtig heilt), Erschöpfung und Epidemien am Arbeitsplatz.

Die geschätzten Kosten für Krankheits- und Präsentismusfälle sind je nach Land unterschiedlich, aber um ein Beispiel zu nennen:

Es wird geschätzt, dass die jährlichen Krankheits- und Präsentismuskosten pro Mitarbeiter in Deutschland im Allgemeinen 1199 € bzw. 2399 € betragen.

Es ist interessant zu sehen, dass der Präsentismus pro Mitarbeiter mehr Geld kostet als die Abwesenheit durch Krankheit, was bedeutet, dass es billiger ist, einen kranken Mitarbeiter nach Hause zu schicken, als ihn weiterarbeiten zu lassen.

Stress und Fluktuation

Ein weiterer großer Kostenfaktor ist die stressbedingte Fluktuation. Laut dem Bericht (der nur die Zahlen in Großbritannien hervorhebt) sind 19% der gesamten Fluktuation in Großbritannien stressbedingt. Die Wiederbeschaffungskosten für einen durchschnittlichen britischen Arbeitnehmer betragen 5800 £. Dies bedeutet, dass 19% dieses Betrags, 1102 £, stressbedingt sind.

Sonstige Kosten

Der Bericht erwähnt auch andere Kosten im Zusammenhang mit Arbeitsstress. Zum Beispiel Kosten im Zusammenhang mit Unfällen und Verletzungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Mitarbeiterbeziehungen und Versicherungsprämien. Mögliche Stakeholder-Kosten könnten eine geringere Reputation des Unternehmens und negative Auswirkungen auf die Marken- und Investor-Relations haben.

Europaweite Kosten

Der Gesamtbetrag setzte sich aus Kosten für Arbeitgeber aufgrund von Fehlzeiten und Präsentationen (272 Mrd. EUR), Produktivitätsverlusten (242 Mrd. EUR), Kosten für das Gesundheitswesen in Höhe von 63 Mrd. EUR und Sozialhilfekosten in Form von Leistungen bei Erwerbsunfähigkeit (39 Mrd. EUR) zusammen. (3)

Da wir jetzt wissen was die Auswirkungen von Arbeitsstress sind, schauen wir uns nun an wo Arbeitsstress herkommt und wie man ihn vermeiden kann.

Was löst Arbeitsstress aus?

Arbeitsbedingter Stress kann durch ein Missverhältnis zwischen einem Mitarbeiter und seinem Job ausgelöst werden: Person-Job Unfit.

Person-Job Unfit beschreibt den Mitarbeiter, der den Job nicht ausführen kann, ohne ein Risiko für sich selbst oder andere zu sein. In Situationen, in denen diese Eigenschaften nicht übereinstimmen, tritt das Konzept „Person-Job Unfit“ auf, was wiederum zu einem erhöhten Stresslevel führt. (1)

Dies bedeutet, dass ein Kandidat für einen Job eingestellt wird, für den er nicht die richtigen Kenntnisse, Kompetenzen oder Fähigkeiten besitzt. Bei einem Missverhältnis wird der Mitarbeiter gestresst, weil er den Anforderungen des Jobs nicht gerecht wird. Dank des sozialen Unterstützungsfaktors von Company Fit kann er zwischen Job Unfit (oder Job Fit) und Job Stress vermitteln und dem Mitarbeiter das Arbeitsleben erleichtern.

Wenn es eine Diskrepanz zwischen Job Fit UND Company Fit gibt – ohne ein effektives Unterstützungsnetzwerk, das durch einen guten Company Fit geschaffen wurde – wird das Arbeitsleben eines Mitarbeiters bald unerträglich und er verlässt das Unternehmen, erkrankt oder bleibt und hat eine negative Auswirkungen auf seine Arbeitsumgebung.

Die Ergebnisse [dieser Studie von Deniz et al.] zeigen, dass die Berücksichtigung der individuellen Arbeitsbedingungen ein wesentlicher Faktor für die Verringerung des Arbeitsstresses ist und die Anpassung der Mitarbeiter an eine Organisation ein wichtiges Thema für die Beseitigung von Stress darstellt. HR-Abteilungen sollten bei ihren Auswahl- und Einstellungsentscheidungen sowohl den Person-Organisation als auch den Person-Job Fit berücksichtigen. (1)

Fazit: Stellen Sie basiert auf Job Fit und Company Fit ein, um Stress am Arbeitsplatz zu verhindern

Wenn Sie Arbeitsstress noch bevor ein Kandidat eingestellt wird so weit es geht verhindern möchten, müssen Sie nicht nur basierend auf Job Fit und den damit verbundenen Kenntnissen, Kompetenzen und Fähigkeiten einstellen, sondern auch basierend auf Company Fit. Dies stellt sicher, dass der neue Mitarbeiter die soziale Unterstützung erhält, die er benötigt, und verhindert, dass Stress Probleme für den Arbeitsplatz und seine Mitarbeiter verursacht. Zweitens kann die Unterstützung durch einen guten Company Fit perioden mit viel Stress, die für Mitarbeiter mit einem guten Job-Fit auftreten können, lindern.

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Headerfoto von Denys Nevozhai.

Quellen:

  1. Linking Person-job Fit to Job Stress: The Mediating Effect of Perceived Person-organization Fit von Nevin Deniz, Aral Noyan, Öznur Gülen Ertosun (October 2015). Zuletzt abgerufen am 11. Juli 2019.
  2. Why manage work-related stress and mental well-being? von The Health and Safety Executive for Northern Ireland (HSENI) (2018 oder 2019). Zuletzt besucht am 15. Juli 2019.
  3. Calculating the costs of work-related stress and psychosocial risks – A literature review von the European Agency for Safety and Health at Work (2014). Zuletzt abgerufen am 11. Juli 2019.
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