Wie denken eigentlich Deutschland’s Azubis?

Veröffentlicht auf 24-06-2016

Der Fachkräftemangel zählt zurzeit zu den Top Themen des deutschen Arbeitsmarktes. Das Hauptaugenmerk liegt dabei aber vor allem auf den daraus resultierenden Umsatzeinbußen der Unternehmen. Warum betrachten wir das Problem nicht einmal aus einer anderen Perspektive? In dem heutigen Blog Post steht die Zielgruppe aller Arbeitgeber im Vordergrund: Deutschland’s Azubis. Mithilfe ihrer Meinung können Unternehmen mehr über ihre potentiellen Bewerber erfahren und ihre Sichtweise besser verstehen. Nur so können Arbeitgeber herausfinden, wie sie Azubis besser erreichen, für sich gewinnen und nachhaltig an sich binden. Das Online Portal Ausbildung.de veröffentlicht die Ergebnisse des AZUBI Reports 2016, eine Studie, die über die Situation der Auszubildenden in Deutschland Auskunft gibt und spannende Fakten und Inhalte präsentiert. Wir haben die interessantesten Erkenntnisse für euch zusammengefasst.

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Für die Studie wurden 2180 deutsche Azubis aus unterschiedlichen Branchen befragt. Die Teilnehmer der Studie sind durchschnittlich 20 Jahre alt und befinden sich im ersten (37,3), zweiten (42,8) und dritten (19,6) Lehrjahr. Der Report gliedert sich in zwei Aspekte: Zum einen konzentriert er sich auf den Grad der Zufriedenheit der Azubis hinsichtlich ihrer Ausbildungsstellen und Berufsschulen und zum anderen beantwortet er die Frage:” Wie schwer fiel es ihnen diesen Ausbildungsplatz zu finden?”

Allgemeine Zufriedenheit, trotz finanzieller Abhängigkeit
Insgesamt überbringt die Studie sehr gute Neuigkeiten: 91% der befragten Azubis sind mit ihren Ausbildungsberufen zufrieden. Außerdem konnten mehr als die Hälfte der Befragten ihre persönlichen Interessen mit dem Ausbildungsplatz vereinbaren. Die Bezahlung lässt jedoch noch zu wünschen übrig. Obwohl diese seit 2015 um 91 Euro gestiegen ist, sind es noch immer 62,5% der Auszubildenden, die von finanzieller Unterstützung abhängig sind.

Steigender Druck und fehlende Struktur
43,5 % der Befragten beschreiben einen steigenden Druck, der ihnen die Ausbildungszeit erschwert. Dieser wird hauptsächlich durch die hohen Erwartungen der Arbeitgeber ausgelöst, die von ihren Azubis immer mehr Flexibilität, Engagement und Multitasking fordern. Der Druck ist von vielen auch körperlich zu spüren. 18,4 % der Befragten sprachen von physischer Beanspruchung während der ersten Ausbildungsjahre und einen vergleichbar niedrigen Grad an Wertschätzung. Des Weiteren nannten ganze 80,2% der Teilnehmer eine mangelnde Struktur im Arbeitsalltag als einen weiteren negativen Aspekt. Die Aufgabenbereiche sind nicht klar definiert oder beinhalten Aspekte, die eigentlich nicht zu den Aufgaben eines Auszubildenden zählen. Die Studieninhalte in der Berufsschule umfassen oftmals Theorien, die nicht auf den praktischen Arbeitsalltag abgestimmt sind und die theoretische Vorbereitung auf die eigentlich bedeutenden Aufgabengebiete sind ebenfalls noch verbesserungswürdig.

Azubis wünschen sich eine bessere Kommunikation am Arbeitsplatz
Alle der von den befragten Azubis genannten negativen Punkte lassen sich, gemäß der Studie, auf eine mangelnde Kommunikation am Arbeitsplatz zurückführen. Die Befragten gaben an, dass sie zum Teil den Mitarbeitern misstrauen und sich dadurch innerhalb des Kollegiums nicht richtig wohl fühlen. Andere sprachen über ein mangelndes Verständnis ihrer Vorgesetzten und wenig Hilfsbereitschaft. Eine funktionierende und transparente Kommunikation, die auch Probleme und kritische Themen anspricht ist zu selten umgesetzt.

Das Internet hat die guten alten Stellenanzeigen ersetzt
Fast die Hälfte der befragten Azubis hat die Ausbildungsstelle über das Internet gefunden. 57,7 % der Teilnehmer nutzen Online Berufschecks, wohingegen nur noch jeder dritte eine Ausbildungsstelle mithilfe von Arbeitsagenturen findet. Das hat zum Teil natürlich auch mit dem geringen Zeitaufwand zu tun. Durch eine Online Recherche finden Arbeitssuchende in wenigen Sekunden wonach sie suchen.

Bewerber sind von hohen Anforderungen eingeschüchtert
Einige Branchen werden ausschließlich von höheren Bildungsabschlüssen dominiert, was darauf schließen lässt, dass viele Anforderungsprofile der Ausbildungsstellen auf Bewerber einschüchternd wirken. Um sicher zu gehen, dass sich mehr Arbeitssuchende bewerben und somit alle Ausbildungsstellen besetzt werden, sollten Arbeitgeber das Anforderungsprofil auch für niedrigere Bildungsabgänger angleichen und sicher stellen, dass die Ausschreibung transparent ist und eine realistische Vorstellung von der Tätigkeit wiedergibt. 33, 7% der Befragten finden nämlich, dass die Stellenausschreibungen nur teilweise mit den tatsächlichen Aufgabenbereichen übereinstimmt. Somit gehen viele Bewerber mit falschen Erwartungen in die Ausbildung.

Quelle: azubi.report 2016

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